Die Kommunikative Sozialforschung hat sich von Beginn an auch als Medium von Beratung und Supervision verstanden.

Unser Handeln und Erleben als Individuum und als Teil von Gruppen, Teams und Institutionen wird durch zahlreiche, sich teils ergänzende, teils widersprechende Programme gesteuert.
Was immer Zusammenarbeit und Verständigung sonst noch erfordern, immer müssen Informationen von den Beteiligten phasenweise parallel verarbeitet werden.
Das setzt gemeinsame, zumeist latente Programme und ähnliche Selbst- und Fremdbilder voraus. Diese zu finden, sie auszubauen und sie, falls erforderlich, explizit zu formulieren, ist die gemeinsame Aufgabe von Klienten und uns.
Sie kann präventiv, z. B. im Zuge einer Karriereplanung, einer Leitbildentwicklung für Teams, der Konstitution von Projektgruppen u. ä. erfolgen, oder als Krisenintervention, wenn unterschiedliche Orientierungen die Zusammenarbeit gestört haben.
Da die Programme, nach denen wir in Gesprächen Informationen verarbeiten, meist unausgesprochen im Hintergrund wirken und bestenfalls mal der einen Teilnehmerin mal dem anderen Teilnehmer ein stückweit bewußt sind, erfordert ihre Optimierung und die Bewältigung von Krisen kollektive Selbstwahrnehmung und die Suche nach persönlichen Wahrheiten.

Solange sich Probleme durch
  • reine Wissens- und Fertigkeitsvermittlung,
  • technische Lösungen, den Ausbau vorhandener Strukturen (Mehr vom Selben) oder hierarchische Steuerungsformen bewältigen lassen,
ist die Kommunikative Sozialforschung nur bedingt geeignet.
Sie setzt die Bereitschaft der untersuchten Systeme zur Selbsterforschung voraus. Rückkopplung von Forschungsergebnisse findet regelmäßig statt.

Methoden

  • Supervisionen und Balintgruppenarbeit für die Reflexion und Gestaltung der beruflichen Kommunikationspraxis
  • Weiterbildung: Trainingslaboratorien zur Verbesserung der sozialen Selbstreflexion und Kommunikation von Individuen, Gruppen, Teams und Organisationen.
  • Anamnese, Diagnose und Veränderung latenter sozialer Erwartungen, Identitätskonzepte usf. mit mikroanalytischen und interaktiven Verfahren der kommunikativen Sozialforschung.

D. h.:

  • Kreative, multisensorielle und multimediale Datenerhebungsverfahren
  • Mikroanalyse typischer, elektronisch aufgezeichneter Interaktionskonstellationen
  • Kontrollierte Nutzung des Affekts in der Datenerhebung und -auswertung.
  • Nutzung nonverbaler, symbolischer Auswertungsverfahren.
  • Arbeit mit Spiegelungsphänomenen und Metaphern.
  • Training cum research.
  • Wir brauchen also Ton- und/oder Videoaufzeichnungen von Interviews, Zweier- und/oder Gruppengesprächen genauso wie die Mitarbeit der Klienten bei der Auswertung.

    Wir glauben, daß sich selbstreflexive Beratungsformen und kommunikative Forschungsmethoden einander annähern und daß sie wechselseitig von einander lernen können.