Kommunikationswissenschaft, B.A.
S, 2 SWS (Di 16 - 18), LG 4, D02

Michael Giesecke

Themen/Ziele:
Die Veranstaltung soll mindestens zwei Aufgaben erfüllen: einmal gibt sie einen Einblick in die Art und Weise, wie Gespräche aus einer kommunikations- und informationstheoretischen Sicht betrachtet werden können. Sie führt insoweit in die Grundbegriffe und Modellvorstellungen rückkopplungsintensiver interpersoneller Kommunikation, die sich hauptsächlich auf die leiblichen Medien stützt,  ein. Aber sie tut dies am Beispiel eines bestimmten Gesprächstyps/einer bestimmten Kommunikationsform, eben der Beratung. Damit kann sie ihre zweite Aufgabe erfüllen, die Grundlagen von 'hilfreichen Gesprächen' zu vermitteln. Sie gibt einen Überblick über die Vielfalt der Beratungsansätze und deren jeweilige Stärken, Schwächen, Einsatzbereichen usf. Das Seminar grenzt Beratungsgespräche zunächst von verwandten Gesprächstypen ab.
Es behandelt die Kommunikationsmodelle, die hinter  relevanten personen- und interaktionszentrierten (Freud, Rogers, NLP) sowie gruppendynamischen Ansätzen (Lewin, Moreno, Supervision, Balintgruppen, Dialog) stehen. Mindestens ein klassischer organisations- bzw. institutionenbezogener Ansatz sollte ebenfalls untersucht werden.
Bei allen vorliegenden Beratungs- und Therapieansätzen handelt es sich um Ausdifferenzierungen von Kommunikationsformen, denen wir im Alltag allenthalben begegnen. Einzelne ihre Programme werden von den Beratungsschulen radikalisiert. Weil dies so ist, lassen sich die in der professionellen Kommunikation gewonnenen Erkenntnisse – wie modifiziert auch immer - wieder in alltäglichen Gesprächsituationen und in ganz anderen beruflichen Kontexten anwenden.

Zur allgemeinen Vorbereitung wird ein Reader zur Verfügung gestellt, der Grundinformationen zu den verschiedenen Ansätzen  und  Literaturangaben bereitstellt. Im Netz unter: http://www.michael-giesecke.de/giesecke/dokumente/268/Skript_Beratung_2009.pdf
Praktische Übungen zur Durchführung im Seminar finden sich unter www.kommunikative-schluesselqualifikationen.de

Prüfungsleistung
Vorbereitung und Moderieren einer Sitzung (Handout, Protokoll, praktische Übung) plus Nachbereitung in Form einer seminarbegleitenden Hausarbeit: 6 LP (i.d.R. als Gruppenarbeit); ausnahmsweise sind nach Absprache auch selbständige Hausarbeiten mit 6 LP möglich

Als 'Nachbereitung' erhalte ich:

  • Handout plus ggfs. power point oder Folien
  • Protokoll mit Auswertungen der Übung bzw. der Seminardiskussion
  • Eine Selbstreflexion jedes Gruppenmitglieds: Was habe ich gelernt, was mußte ich verlernen? Konsequenzen des Seminars für Ihr Verständnis von interpersoneller Kommunikation und Beratung; Verbesserungsvorschläge, ggfs. feedback an mich...
  • Möglich sind auch ausformulierte Verbesserungsvorschläge für das Skript.


Ich hätte die Nachbereitung gern in elektronischer Form, wobei mehrere Dateien bitte so benannt werden, daß ich sie leicht in einem Ordner zusammenfassen kann, also z.B.: 09_NLPa und 09_NLPb...

 

Literatur:

  • Belardi, Nando u. a. 1996: Beratung – Eine sozialpädagogische Einführung. Weinheim und Basel, Beltz Verlag.
  • Bohm, David 1989: On Dialogue. London und New York, Routledge.
  • Fatzer, Gerhard (Hrsg.) 1993: Organisationsentwicklung für die Zukunft – Ein Handbuch. Köln, EHP Verlag.
  • Fatzer, Gerhard, Rappe-Giesecke, Kornelia und Looss, Wolfgang 1999: Qualität und Leistung von Beratung: Supervision, Coaching, Organisationsberatung. Köln, EHP Verlag.
  • Flick, Uwe 2004: Triangulation: Eine Einführung. Wiesbaden, VS Verlag.
  • Fuchs/Schank: Texte gesprochener deutscher Standardsprache III. "Alltagsgespräche". Ausgewählt von H. P. Fuchs und G. Schank. S. 132-140, München,: Max Hueber Verlag, 1975. (=Heutiges Deutsch II / 3)
  • Giesecke, Michael und Rappe-Giesecke, Kornelia 1997: Supervision als Medium kommunikativer Sozialforschung. Frankfurt a.M.
  • Giesecke, Michael und Rappe-Giesecke, Kornelia 1998: Was kann man aus dem gegenwärtigen Entwicklungsstand der Beratung für die Gestaltung kommunikativer Sozialforschung lernen? Journal für Psychologie, Heft 3, S. 59-72.
  • Giesecke, Michael und Rappe-Giesecke, Kornelia 2001: Zur Integration von Selbsterfahrung und distanzierter Betrachtung in der Wissenschaft. In: Hug, Theo (Hrsg.): Wie kommt die Wissenschaft zu ihrem Wissen? Band 1: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. ( Buch und CD Rom) Schneider Verlag, Hohengehren, S. 225-236.
  • Greenson, Ralph R. 1975: Technik und Praxis der Psychoanalyse. Stuttgart, Klett Verlag. (amerik. 1967).
  • Isaacs, Bill 2002: Dialog als Kunst gemeinsam zu denken – Die neue Kommunikationskultur in Organisationen. Köln, EHP Verlag. (amerik. 1999)
  • Jäger, Karl-Heinz: Beratungen und Dienstleistungsdialoge. In: Texte gesprochener deutscher Standardsprache IV. "Beratungen und Dienstleistungsdialoge". Herausgegeben und eingeleitet von Karl-Heinz Jäger. S. 7-16, München, Max Hueber Verlag, 1979.
  • (= Heutiges Deutsch II / 4)
  • Königswieser, Roswita und Exner, Alexander 1998: Systemtische Intervention – Architekturen und Designs für Berater und Veränderungsmanager. 3. Aufl. Stuttgart, Klett-Cotta Verlag. (1. Aufl. 1998).
  • Königswieser, Roswita und Hillebrand, Martin 2004: Einführung in die systemische Organisationsberatung. Heidelberg, Carl-Auer Verlag.
  • Kunkel, Roland 1999: Konflikte als Problemlösungsenergie nutzen – Ein Beitrag zur Diskussion von Mediationskonzepten für Arbeitskonflikte. In: KON: SENS, Zeitschrift für Mediation, S. 88-97.
  • Kunkel-van Kaldenkerken, Roland und van Kaldenkerken, Carla 2006: Erfahrungen aus der Mediation für die Unternehmensberatung. In: Bamberg, Schmidt und Hänel (2006): Beratung – Counseling – Consulting. Göttingen, Hogrefe Verlag, S. 281-303.
  • Kutter, Peter 1992: Moderne Psychoanalyse. Eine Einführung in die Psychologie unbewußter Prozesse. Stuttgart.
  • Möller, Heidi 2001: Was ist gute Supervision? Grundlagen – Merkmale – Methoden. Stuttgart, Klett-Cotta Verlag.
  • Mohl, Alexa 1996: Der Meisterschüler – Der Zauberlehrling II. Das NLP Lern‑ und Übungsbuch. Paderborn, Junfermann Verlag.
  • Nothdurft, Werner, Reitemeier, Ulrich und Schröder, Peter: Beratungsgespräche: Analyse asymmetrischer Dialoge, Tübingen (Gunter Narr) 1994.
  • Pühl, H. (Hrsg.) 2000: Handbuch Supervision 3: Supervision und Organisationsentwicklung. Opladen, Leske und Budrich.
  • Rappe-Giesecke, Kornelia 1999b: Zwischen Autonomie und Vernetzung- die Schaffung des Beratungssystems. In: Zeitschrift Supervision, Heft 36, S. 5-16.
  • Rappe-Giesecke, Kornelia 2000: Vorwärts zu den Wurzeln – Balint- Gruppenarbeit aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht. In: Balint-Journal 2, S. 36-42.
  • Rappe-Giesecke, Kornelia 2002: Supervision und Coaching. In: Van Kessel und Fellermann (Hrsg.): Supervision und Coaching in europäischer Perspektive – Beiträge zur ersten Konferenz der Association of National Organisations for Supervision in Europe. ANSE, Köln.
  • Rappe-Giesecke, Kornelia 2003: Supervision für Gruppen und Teams. 3. vollst. überarb. und aktualisierte Aufl. Berlin, Heidelberg, New York, Springer Verlag. (1. Aufl. 1990).
  • Rappe-Giesecke, Kornelia 2008: Triadische Karriereberatung. Begleitung von Professionals, Führungskräften und Selbstständigen. Bergisch-Gladbach (EHP).
  • Rappe-Giesecke, Kornelia: Homepage www.rappe-giesecke.de
  • Schmid, Peter F. 1994.: Personenzentrierte Gruppenpsychotherapie. Ein Handbuch; Bd.1 Solidarität und Autonomie. Köln  (EHP).
  • Schröder, Peter (Hrsg.): Beratungsgespräche. Ein kommentierter Textband. 192 S. - Tübingen: Narr, 1985.
  • (Forschungsberichte des Instituts für deutsche Sprache 59)
  • Senge, Peter 1996: Die fünfte Disziplin- Kunst und Praxis der lernenden Organisation. Stuttgart, Klett-Cotta Verlag. (amerik.1990).
  • Senge, Peter 2000: The Dance of Change. Die 10 Herausforderungen tiefgreifender Veränderungen in Organisationen. Wien, Signum Verlag. (amerik. 1999).
  • Senge, Kleiner, Smith, Roberts and Ross, 1996: Das Fieldbook zur Fünften Disziplin. Stuttgart, Klett- Cotta Verlag. (amerik. 1994).